eTandem – die endliche Geschichte

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich die Geschichte des eButterfly-Tandems zu Ende erzähle, denn leider hat diese kein gutes.

Wer immer meinen Blog über die Suche nach einem neuen Tandem verfolgt, hat festgestellt, dass ich von der Möglichkeit ziemlich beeindruckt war, ein faltbares Tandem mit elektromotorischer Unterstützung zu haben, das sowohl im PKW als auch ICE zu transportieren war. War ja auch super toll, aber …

Bereits in der ersten Woche unseres Urlaubs in Wales deuteten sich mit dem Elektroantrieb des Tandems schon einige Probleme an: Der Akku war leider ziemlich schnell leer und der Motor wurde von Kilometer zu Kilometer lauter. Zudem stellten wir fest, dass die Beleuchtung mit Abschalten des Akkus auch ausging. Dieser Umstand ist bei einer Nachtfahrt lebensgefährlich – sowohl für die beiden auf dem Rad als auch für andere Verkehrsteilnehmer, da man nicht mehr sieht und gesehen wird. Daraufhin untersuchte ich unser Gefährt etwas näher und musste feststellen, dass man uns nicht den in der Rechnung aufgelisteten 8fun-Motor eingebaut hatte, sondern ein No-Name-Produkt aus China. Zudem wurden die Scheibenbremsen blau, obwohl wir erst rund 200 km mit dem Tandem unterwegs gewesen sind. Und diese Strecke war nachweislich nicht sehr bergig, sodass die Bremsanlage durch zu starkes Bremsen eventuell hätte beschädigt sein können. Des Weiteren war das Licht nicht mit Nachleucht-Eigenschaften ausgestattet und die Bremsleitung vorne nicht lang genug, damit man den Lenker hätte höher einstellen können. Auch war eine falsche Vorderradgabel eingebaut, die nicht mit der Rechnung übereinstimmte. Ich entschied mich daraufhin, dem Berliner Händler nochmals einen Termin zur Nachbesserung anzubieten, damit wir endlich unser Tandem zu unserer Freude auch gemeinsam nutzen können.

Aus unserem Urlaub in Wales schrieb ich Anfang Juni (!) eine E-Mail an den Hersteller, der gleichzeitig auch der Händler ist. Darin listete ich explizit alle defekten und falsch gelieferten Teile auf, wies auf weitere Mängel hin und bot einen Termin im Juli an, an dem ich ins Geschäft nach Berlin kommen könnte. Ich erhielt eine Rückbestätigung, dass der vereinbarte Termin vom 11. Juli (Abgabe um 14 Uhr) bis 12. Juli (Abholung um 17 Uhr) in Ordnung gehe.

Noch am gleichen Tag kaufte ich bei der DB ein günstiges Bahnticket und buchte ein Hotelangebot, damit sich meine Kosten im Rahmen hielten. Allerdings war unser Fahrradurlaub in Wales alles andere als erquicklich, da wir das eTandem nicht wie geplant nutzen konnten.

Da die Motorgeräusche zunehmend lauter wurden, benutzten wir das Tandem bis zu dem Servicetermin in Berlin nicht mehr.

Am 11. Juli beim Händler angekommen, musste ich mir sagen lassen, dass der Termin nicht bestätigt worden sei und man keine Ersatzteile vorrätig habe. Ich sollte doch das Rad auf unbestimmte Zeit vor Ort lassen, damit man sich um alle Probleme kümmern könne. Ich intervenierte und erhielt dann die Aussage von einem der Geschäftsführer, dass man die Instandsetzung doch bis um 17 Uhr am 12. Juli schaffen werde.

Zuversichtlich und entspannt machte ich mich auf den Weg zurück in die Stadt, um am kommenden Tag das Tandem wieder in Empfang nehmen zu können.

Bereits um 16 Uhr erreichte mich am 12. Juli der Anruf, dass das eTandem Butterfly abholbereit auf mich im Laden warten würde. Dort angekommen, stellte ich als erstes fest, dass man zwar den Bremszug verlängert, aber nicht wieder im Originalzustand mit Stahlummantelter Hochdruckbremsleitung ausgeführt hatte. Das Licht war noch immer ohne Nachleuchtfunktion und das in der Originalrechnung aufgeführte hydraulische Bremsscheibensystem hatte man gegen ein anderes ausgetauscht. Es befand sich jetzt zwar ein neuer Motor im Vorderrad, aber noch immer kein Original 8fun. Mir wurde gesagt, dass das Tandem mit diesen Komponenten nunmehr dem Original entsprechen würde und man nicht bereit sei, noch mehr Arbeit zu investieren. Ich könne es so mitnehmen, da alles funktioniert ansonsten bietet man mir die Rückabwicklung an. Zögerlich entschied ich mich dazu, das Tandem in diesem Zustand zu übernehmen und fuhr sogleich damit zum Ostbahnhof. Bereits nach etwa einem Kilometer fiel mir auf, dass ich nicht schneller als 22 km/h mit Motorunterstützung fahren konnte. Also fuhr ich wieder zurück zum Hersteller und reklamierte.

Zunächst unterstellte man mir, dass ich etwas an der Einstellung verändert habe. Eine Kontrolle der Einstellungen durch einen Techniker bestätigte aber, dass ich nichts geändert hatte. Eine Probefahrt zeigte das Problem auch bei dem Techniker, woraufhin ich das Tandem schweren Herzens in Berlin zurückließ, damit man den Fehler und auch alle weiterhin bestehenden Probleme (Motorsteuerung, Motor, Akku, Controller, usw.) beheben kann. Ein Rückliefertermin wurde mir nicht genannt, da man nicht sagen könne, wann die Ersatzteile lieferbar seien. Ich fuhr also ohne Tandem wieder nach Hause zurück.

Nach mehrmaligem Nachfragen und Anmahnen lieferte man mir das Tandem endlich am 28. Juli per DHL Express zurück. Der Hersteller hatte einen externen e-Bike-Spezialisten hinzuziehen müssen, da man das Problem intern nicht verifizieren und beseitigen konnte. Da stellt sich mir doch die berechtigte Frage, wie ein Hersteller sich als ebike-Hersteller und -Lieferant bezeichnen kann, wenn er nicht die entsprechende Kompetenz im eigenen Hause hat. Komponenten einbauen zu können, macht einen noch lange nicht zum Spezialisten.

Eine erste Fahrt mit dem gelieferten Tandem zeigte, dass man es offensichtlich verstanden hatte, die Mängel bezüglich der Bremsen und der Motorsteuerung zu beseitigen, allerdings zeigte sich auch, dass das Problem mit der Beleuchtung noch nicht behoben war. Wir machten uns auf zu einer längeren Fahrt über eine alte Bahntrasse, die uns die Möglichkeit geben würde, das Tandem unter realen Bedingungen testen zu können.

Der 8fun-Motor SWXK ließ sich gut steuern und unterstützte beim Fahren. Allerdings war ein lautes Geräusch zu hören, dass bei Lastwechsel so stark war, dass ich das Gefühl hatte, der Motor streikt bald, da das Getriebe sich verkantet.

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