_Apenheul – der Primatenpark

Apenheul – der Primatenpark
Orang-Utan

Nur etwa zwei Autoreisestunden von Köln entfernt, liegt kurz hinter der deutsch-holländischen Grenze die Stadt Apeldoorn, in der sich eine sehr interessante Attraktion befindet: der Apenheul, ein Paradies für Primaten und uns Menschen, die wir uns für diese Tiergattung interessieren.

Nachdem wir vor einigen Jahren bereits einmal diesem Park einen Besuch abgestattet haben, war es an der Zeit, ihn nochmals zu besuchen, um unsere bereits positiven Eindrücke erneut bestätigt zu bekommen – oder auch nicht.

Wir machten uns also an einem Samstagmorgen um 10 Uhr auf den Weg in Richtung Niederlande. Aufgrund der heute zur Verfügung stehenden Navigationssysteme ist es einfach, das angepeilte Ziel zu erreichen. Die Adresse J.C. Wilslaan 21 in 7313 HK  Apeldoorn (NL) eingegeben und schon weiß der Fahrer, wann das Ziel in etwa erreicht sein wird.

Obwohl es ein Samstag war, hielt sich der Verkehr in Grenzen und wie erreichten den Affenpark nach etwa zwei Stunden Fahrzeit. Wir waren froh, dass wir Navigationsgeführt unterwegs waren, denn das Ziel wurde erst kurz vor dem eigentlichen Park auf Verkehrszeichen angekündigt. Entgegen unseren Befürchtungen fanden wir auch auf dem angegliederten Parkplatz schnell einen freien Stellplatz. Bereits wissend, dass man keine Speisen und Getränke mitbringen sollte, verzichteten wir darauf, unsere Taschen und Rücksäcke auf das Gelände des Parks mitzunehmen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch eine Grünanlage gelangten wir zum Eingang von Apenheul. Es bestätigte sich, dass wir uns richtig verhalten haben und keine Taschen dabei hatten. Für all diejenigen, die Taschen bei sich trugen, die keine Reißverschlüsse hatten, wurden Apenheul-Taschen in grün angeboten, in die man seine eigenen verpacken konnte, damit diese sicher verstaut und vor „Dieben“ geschützt aufbewahrt werden konnten.

Wer sich bereits im Vorfeld genauer auf der Webseite des Affenparks nach den Preisen erkundigt hatte, trug bereits seine Tickets bei sich und konnte zügig auf das Gelände gelangen. Alle anderen konnten am Schalter Eintrittskarten erhalten, die dann allerdings zum regulären Preis von 22,50 € für Personen ab 13 Jahre erworben werden mussten. Mein Rat: Schaut im Vorfeld nach, welchen Rabatt ihr bekommen könnt und bucht eure Tickets online!

Affensuchkarte bzw. Übersichtsplan des Parks
Affensuchkarte bzw. Übersichtsplan des Parks

Direkt an der Zugangskontrolle erhält jeder Besucher einen Hinweisplan bzw. eine Affensuchkarte, die aufzeigt wie und wohin man sich im Park bewegen sollte. Zu beachten sind in jedem Fall die unterschiedlichen Fütterungszeiten, denn dann erlebt man die Tiere lebendiger, was jedem Besucher, der eigene Fotos aufnehmen möchte, besonders gefällt.

Wir folgten den Nummerierungen 1 bis 28 und gaben auf uns auf die Erkundungstour durch Apenheul, beginnend mit den Totenkopfäffchen, die alle Besucher gleichermaßen in den Bann zogen. An dieser Position liefen die Affen frei herum, setzten sich unter anderem auf Griffe der Kinderwagen und kamen ganz nah an alle heran. Wer sich hier bewegt, der sollte keine Angst vor Tieren haben und im Besonderen sich nicht vor Affen fürchten. Aber ich gehe davon aus, dass das jeder Besucher weiß und sich danach verhält.

Beeindruckend fanden wir, dass sich jeder Besucher so rücksichtsvoll verhielt, dass jeder schauen, bewundern und fotografieren konnte, ohne dass irgendjemand daran Anstoß nahm.

 

Der Weg führte uns weiter – vorbei an den Brüllaffen, die Lärm machten, da sie sich auf die Fütterung freuten, mit einem Zwischenstopp bei den Bonobos hin zu den Lemuren, die gerade gefüttert wurden. Wir hatten genau den richtigen Zeitpunkt (11:50 Uhr) für den Start unseres Besuches gewählt, da die ersten Fütterungen bereits um 12 Uhr begannen und wir somit mehrere davon beobachten konnten.

Bonobo mit Kind

Bei den Bonobos erhielt ich den Eindruck, dass sich diese Spezies in ihrem Gehege nicht besonders wohl fühlte. Vielleicht war es nur mein Eindruck, aber es zeigte sich keine Freude und keine Lebhaftigkeit bei den Tieren. Das war bei allen bis dahin beobachteten Affen anders gewesen. Aber vielleicht täuschte ich mich ja auch selbst und meine Wahrnehmung entsprach nicht der Realität. Jedenfalls wollte ich mich hier nicht lange aufhalten und zog weiter zum Futterplatz der Gorillas.

Hier versammelten sich nicht nur viele Besucher auf einer Tribüne, sondern es kamen auch viele Gorillas, die von einem Silberrücken angeführt wurden. Gelassen und irgendwie majestätisch lief hier die Fütterung ab, die durch zahlreiche Erklärungen des Personals ergänzt wurde. Der neue Leitaffe der Gorillas wird zurzeit eingeführt, was einen Generationswechsel darstellt und behutsam abläuft, denn ein solcher Machtwechsel kann auch Probleme verursachen.

Futterplatz der Gorillas
Futterplatz der Gorillas

Die Ruhe und Gelassenheit der Leitaffen, die bis zu 200 kg geballte Muskelmasse aufbringen können, verdeutlichte, mit welchem Respekt sie von allen anderen Tieren der Gruppe behandelt wurden. Ein gutes Beispiel dafür, was wir in unserer Gesellschaft vielleicht wieder ändern könnten.

Nachdem wir so viel über die Fütterung von Affen erfahren konnten, zog es uns an einen der vielen Rastplätze mit Restaurant, wo wir zu angemessenen Preisen etwas zu essen und zu trinken bekamen. Auch hier zeigte sich wieder, wie gut durchdacht und organisiert der Park angelegt ist, damit jeder Besucher zufriedengestellt werden kann.

Orang-Utan

Gestärkt führte uns der Weg weiter zu den Orang-Utans, die sich gelangweilt in der Sonne räkelten oder einfach nur Fellpflege machten. Vielleicht sieht es aber auch nur so aus, dass sie gelangweilt sind. Orang-Utans sind von Natur aus sehr ruhige und kluge Tiere. Als große Primaten leben sie in Bäumen und bewegen sich langsam. Die Tierpfleger in Apenheul bieten ihnen zahlreiche ‘enrichments’ wie etwa Puzzles an: Essen wird dafür in speziell vorbereiteten Baumblöcken versteckt und dort müssen sie dann das Essen dann mit Stöcken auffinden. Das ist nur ein Weg, wie die Orang-Utans stimuliert werden, aktiv zu bleiben. Anhand eines Metermaßes konnte sich jeder Besucher mit der Armspannweite eines kleinen und eines ausgewachsenen Orang-Utans messen. Ich konnte es nur mit einem jungen Orang-Utan aufnehmen, denn meine Spannweite reichte nur bis 196 cm und ein ausgewachsener bringt es auf stolze 260 Zentimeter. Bei diesen Affen hatte ich das Gefühl, dass sie uns als Besucher stark beobachteten und sich gegebenenfalls auch abwendeten, wenn sie nicht fotografiert werden wollten. Ein sehr menschliches Verhalten, dass mich sehr nachdenklich stimmte, denn die Tiere befinden sich ja in Gefangenschaft und wir nicht.

Da es mittlerweile bereits nach 17 Uhr geworden war und der Park um 18 Uhr seine Tore wieder schließt, mussten wir den zweiten Teil des Parks leider etwas schneller durchlaufen. Vorbei an den Berberaffen – die sich bereits auf die Nachtruhe vorbereiteten (kein Zugang für uns mehr) – und einen Blick auf die Klammeraffen werfend, strebten wir auf den Ausgang zu. Wir hätten noch weitere vier Stunden hier verbringen können, denn das, was wir erleben konnten, war sehr schön. Zumal der Park niemals einen überlaufenen Eindruck machte.

Rückblickend muss ich sagen, dass der Primatenpark über die verstrichenen Jahre seiner Existenz eine beeindruckende Entwicklung gemacht hat. Aus einer weitläufigen Prärielandschaft ist ein Waldgehege geworden, dass alles bietet, was sich der Affe so wünscht. Wenn ich das so plump ausdrücken darf. Was dieser sich aber genau erhofft, wird uns immer verschlossen bleiben. Ich denke, dass es die Freiheit sein wird, die wir ihm aber auch weiterhin verwehren werden, damit noch mehr Menschen sich diesen Ort anschauen können.

Ich empfehle, ebenso wie die Personen, die mich bei diesem Ausflug begleitet haben, diesen Affenpark Apenheul als Ausflugsziel für Familien und Paare. Er ist wirklich eine Reise wert.

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