_Museum Wilanów und das Stadtschloss

Museum Wilanów und das Stadtschloss

Barockes Schloss Wilanów
Schloss Wilanów in Warschau

Nachdem ich bereits im März 2018 Warschau besucht habe, zog es mich erneut in diese Stadt. Zwei barocke Schlösser, die ich bei meinem ersten Besuch nicht besichtigen konnte, da sie bereist um 15 Uhr geschlossen wurden, standen diesmal für mich auf dem Programm.

Meine Reisevorbereitungen wurden allerdings dadurch erschwert, dass es keine direkte Flugverbindung mehr zwischen DUS oder CGN nach Warschau zu einem akzeptablen Preis gibt: EW bedient diese Strecke nicht mehr, was sehr schade ist. LH bietet zwar mit seinem Partner LOT eine Direktverbindung an, diese ist aber so teuer, dass sie von mir nicht in Betracht gezogen wurde. Ich entschied mich dafür, einen Direktflug zwischen CGN und TXL zu buchen, der für weit unter 100 € angeboten wurde. Von Berlin aus reiste ich dann mit der polnischen Bahn PKP im IC in der 1. Klasse für 88 € nach Warschau Centralna. Diese Fahrt dauerte zwar 6,5 Stunden, war aber sehr kurzweilig und der Zug erreichte den Hauptbahnhof pünktlich um 13 Uhr! Etwas, das heutzutage bei der DB leider zur Seltenheit geworden ist.

Für die Übernachtung hatte ich mir diesmal ein Apartament-Hotel ausgesucht, dass ich für 247 PLN (Junior-Suite) zuzüglich 40 PLN für das Frühstück über Hotel.de buchen konnte. Für mich war es das erste Mal, dass ich ein Apartment-Hotel auswählte und war gespannt, ob meine Erwartungen erfüllt würden.

Im Vorfeld meines Besuches hatte ich mich auf der Webseite des Museums des Palastes von König Jan III in Wilanów erkundigt, wann genau und zu welchem Preis ein Besuch mit einer Führung möglich ist. Und, oh Schreck, an dem von mir geplanten Besichtigungstag war das Schloss nicht geöffnet. Durch einen kurzen Anruf beim Besucherservice konnte ich aber abklären, dass das nicht korrekt auf der Webseite dargestellt ist und ich buchte online mein Ticket für 30 Zloty, was in etwa 7,50 € entspricht.

Den Besuch des Warschauer Königsschlosses plante ich direkt im Anschluss an den Besuch von Wilanów ein. Auf der Webseite konnte ich bereits nachlesen, was alles zu besichtigen sein würde und wieviel Zeit man dafür einplanen sollte.

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Königliches Stadtschloss in Warschau

Bis zum 18. Jahrhundert war das Warschauer Königsschloss der Sitz der polnischen Könige. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch die deutschen Streitkräfte vollständig zerstört, da man nur verbrannte Erde zurücklassen wollte. Was für eine Schande und ich frage mich, wieviel Wut wohl damit verbunden war.

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Luftaufnahme der Altstadt aus dem Jahr 1945. Der weiße Fleck im unteren Bereich zeigt die Fläche, auf der das Schloss ehemals gestanden hat und heute wiederaufgebaut steht

Ich kann es nicht nachvollziehen und schäme mich heute für das, was damals geschehen ist. In den Jahren 1971 bis 1988 wurde das Königsschloss vor allem mithilfe US-amerikanischer Spendengelder wiederaufgebaut und erstrahlt heute in altem Glanz. Bereits 1980 wurde das Schloss als Teil der Warschauer Altstadt in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Meine Anreise nach Warschau verlief stressfrei und meine Ankunft mit dem IC war pünktlich. Ich nahm mir ein Taxi, um die etwa vier Kilometer bis zum Hotel zurückzulegen. Den Taxifahrer ließ ich am Hotel auf mich warten, bis ich mein Zimmer bezogen und mich etwas frisch gemacht hatte. Da das Hotel erst seit einer Woche in Betrieb war, roch alles sehr neu und letzte Arbeiten wurden von Handwerkern durchgeführt. Das Zimmer war mit einer Klimaanlage ausgestattet, was sich bei Temperaturen von über 30° C als sehr komfortabel herausstellte. Ich war überrascht, wie geräumig und komfortabel ausgestattet das Apartment war.

Zurück im Taxi brachte mich der Fahrer innerhalb von 30 Minuten zum Wilanów Palast, einem Schloss, dessen Innenausstattung die Stilrichtungen Barock, Rokoko und Klassizismus zeigt. Der Preis für diese Fahrt betrug rund 18 EUR, was bei der Wartezeit und der Distanz preiswert war. Für mich war nun klar, dass ich mich nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Metro, Straßenbahn), sondern nur noch mit dem Taxi in Warschau bewegen würde. Die letzten 200 m zum Palast legte ich zu Fuß zurück und konnte mein online erworbenes Ticket bequem einlösen.

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Mittels eines deutschsprachigen Audio-Guides wurde ich nun durch das Gebäude geleitet und konnte mich an den fast authentisch wieder hergestellten Räumen und Einrichtungsgegenständen erfreuen. Die mir gebotenen Einsichten in den Prachtbau verdeutlichten, wie der Adel im 17./18. Jahrhundert gelebt hat. Neben dem Großen Esszimmer und der Bibliothek beeindruckten mich die privaten Gemächer des Königs mit Originalmöbeln sowie der Etruskersaal mit zahlreichen antiken Skulpturen. Es war eine Augenweide die wunderschönen Möbel und Wanddekorationen, prächtigen Stuckarbeiten sowie außergewöhnlichen Gebrauchsgegenstände der damaligen Zeit zu sehen. Die Bemühungen, den Palast im Original wieder herzustellen, sind perfekt gelungen, aber noch immer nicht vollständig beendet.

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Chinesisches Porzellan und Kommoden mit Perlmutt-Einlegearbeiten

Es ging durch Räume mit chinesischem Porzellan, vorbei an japanischen Reisekommoden, durch ein Jagdzimmer im oberen Geschoss, weiter durch die Schlafgemächer, ein Boudoir und Empfangssäle.

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Von der oberen Etage aus hatte ich einen wunderschönen Blick auf den Rosengarten, so wie man ihn nicht aus dem Garten selbst haben kann.

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Blick in den Rosengarten

Jedem Besucher von Warschau kann ich nur ans Herz legen, diesen Palast zu besichtigen und sich in die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts entführen zu lassen. Nach rund 120 Minuten machte ich mich wieder auf den Rückweg ins Stadtzentrum, um mir das Königliche Stadtschloss anzusehen.

Auf dem Weg vom Park fand ich auch gleich ein Taxi, mit dem ich mich für etwa 15 EUR in die Altstadt bringen ließ. Ohne Hast kam ich entspannt an der Sigismundssäule an, die direkt gegenüber dem Warschauer Königsschloss steht.

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Sigismundssäule gegenüber dem Königsschloss

Da ich auch für diese Besichtigung bereits meine Karten im Vorfeld erworben hatte, konnte ich direkt über den Innenhof ins Schloss gehen, um mittels eines Audio-Guides auch hier durch die Räume geführt zu werden. Diese Tour dauert rund drei Stunden und verdeutlicht, welchen Stand und politischen Einfluss das Königreich Polen im 17./18. Jahrhundert hatte. Das Land war reich, besaß Einfluss und bestritt zahlreiche Feldzüge, die unter anderem den Sieg gegen die Türken besiegelte. Ich ging durch den Ballsaal, sah den Thron und konnte den Glanz der vergangenen Zeiten spüren.

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Nachdem ich über sechs Stunden in der Zeit des Barock und des Rokoko „gebadet“ hatte, musste ich das auch mir persönlich antun. Nachdem ich mich in einem mexikanischen Restaurant gestärkt hatte (ich brauchte Nachos und Salsa), machte ich mich auf den Rückweg in das Apartment-Hotel, um mich nach diesem anstrengenden Tag zu entspannen. Leider hatte ich Pech und in der Dusche im Bad lief kein warmes Wasser. Ich machte mich auf den Weg aus der 5. Etage zur Rezeption, beschrieb mein Problem und erhielt umgehend ein neues Zimmer zugewiesen, da man zu so später Stunde keinen Haustechniker mehr rufen könne. Mit meinem Umzug in die 4. Etage war dann das Problem auch aus der Welt geschaffen und ich konnte eine sehr ruhige Nacht verbringen.

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