_Bad Ems: Eigene Erfahrungen

Bad Ems: Eigene Erfahrungen

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Blick auf das Häcker’s Grand Hotel an der Lahn

Der Tank war gefüllt, das Hotel gebucht und Informationen über die Stadt ausreichend gesammelt worden. Was noch fehlte, um das geplante Wochenende genießen zu können, war eigentlich, dass alle Versprechungen, die man über die Webseite der Stadt und das Grand Hotel erhalten hatte, auch eingehalten werden würden.

Bei der Ankunft am Hotel mussten wir erfahren, dass ein überdachter und bewachter Parkplatz nur im öffentlichen Parkhaus angeboten wurde. Der Stellplatz am Hotel war hingegen überteuert (15 €) und bot keine Sicherheit.

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Das für uns vorgesehene Zimmer (Junior-Suite) lag auf der 1. Etage mit Blick auf die Lahn. Es bot neben zwei Räumen (Schlafzimmer und Wohnraum) ein großes Bad mit Bidet und begehbarer Dusche. Das gesamte Hotel wirkte mondän und leider schon etwas in die Jahre gekommen. Das stellte aber zunächst keinen Mangel dar, sondern gab uns das Gefühl, in eine andere Zeit zurückversetzt worden zu sein.

Auf Nachfrage, ob man die im Zimmer vernehmbare Musik auch nachts hören würde, wurde uns vom Rezeptionisten mitgeteilt, dass man das bis etwa Mitternacht hinnehmen müsse, da das Brückenfest stattfinden würde, das immer mit viel Musik einhergeht. Ob man uns ein anderes Zimmer zuweisen könne, wurde verneint, da alle Junior-Suiten ausgebucht seien. Wir entschieden uns dafür, das Spektakel bis Mitternacht ertragen zu können.

Wir freuten uns auf das Brückenfest, da wir gerne tanzen und gute Musik hören. Es stellte sich aber heraus, dass die Musik eher nur zum Zuhören und nicht zum Mittanzen gedacht war und zudem Heavy Metal und Rock umfasste. Nicht dass ich solche Musik nicht mag, aber alles zu seiner Zeit. Wenn ich in einem Kurort einen Kurzurlaub genießen möchte, dann aber nicht mit solcher Musik und bei einer Lautstärke, die kaum erträglich ist.

Unser erstes Ziel war die Zahnradbahn, an deren Endpunkt man einen schönen Ausblick auf Bad Ems hat. Wieder zurück im Tal schlenderten wir über das Brückenfest und erkundeten die Stadt. Sie ist sehr überschaubar und nur im alten Teil sehenswert, da dort offensichtlich die Zeit stehengeblieben ist. Die Zeit der Zaren scheint noch nicht vorbei zu sein und überall finden sich Zeugnisse dafür, dass diese Stadt einst das Ziel der Adeligen und Reichen war. Heute hingegen wirkt alles etwas verschlafen und angestaubt, aber nicht minder liebenswert. Der Nachmittag verging wie im Flug und wir entschieden uns, den Abend gemütlich mit einem guten Abendessen und Cocktails sowie Wein ausklingen zu lassen.

Zurück im Hotel mussten wir aber um 23:45 Uhr feststellen, dass die Musik noch in unverminderter Lautstärke zu hören war. Da wir aber ermattet waren, schließen wir auch bald ein.

Das Frühstück wurde in einem großen Saal in Bufettform gereicht. Obwohl der Raum nicht stark besetzt war, gab es schon kein Gemüse und frisches Obst mehr. Die Grillstation war nicht besetzt und die Bedienung sprach nur gebrochen deutsch und kaum englisch. Unsere Freunde (Amerikaner) waren etwas pikiert darüber, dass es in diesem Grand Hotel keinen international erwarteten Frühstücksservice gab: Frisch zubereitete Omeletts bzw. Rühreier von rohen Eiern verbunden mit frisch gebratenen Speckstreifen. Der Pomp des Raumes konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier offensichtlich gespart wurde. Fremdsprachige Aushilfskellner sollten nicht alleine auf die Hotelgäste losgelassen werden! Trotz dieser widrigen Umstände schafften wir es aber doch, unser Frühstück entspannt zu uns zu nehmen.

Den Tag verbrachten wir mit Spaziergehen und Besichtigungen, denn schnell stellten wir fest, dass ein verlängertes Wochenende für diese Stadt mehr als ausreichend ist, um sie kennenzulernen. Die alten Kuranlagen und Brunnen zogen unsere Aufmerksamkeit an. Wir verkosteten die verschiedenen Brunnenwasser und wandten uns enttäuscht wieder dem Kaffee, Tee, Bier und Wein zu.

Etwa gegen 22:30 Uhr zog es uns wieder ins Hotel. Hier mussten wir feststellen, dass die Minibar nicht wieder aufgefüllt war. Kein Umstand, über den es zu lamentieren gibt. Ich griff zum Telefon und versuchte, mit der Rezeption oder dem Zimmerservice Kontakt aufzunehmen. Mein Anruf wurde auf eine Mobilfunknummer weitergeleitet! Ich rief also von meinem Handy aus das Hotel an und wurde ebenso weitergeleitet. Ein Grand Hotel ohne Service: Das geht ja gar nicht! Ich zog mich daher wieder an und ging an die Rezeption, um mich zu beschweren. Dort wurde ich von einem Herrn empfangen, der nicht gut deutsch sprach und mich gleich duzte. Ich erklärte ihm, weshalb ich so aufgebracht sei und wünschte seinen Vorgesetzten zu sprechen. Er meinte, dass wir froh sein könnten, dass überhaupt jemand da sei, denn für gewöhnlich gäbe es keinen Nachtportier.

Es erschien der Eigentümer persönlich, der ebenso versuchte, die Situation zu entschärfen, in dem er davon sprach, dass es Probleme gebe, die vorrangig zu erledigen seinen und daher die Rezeption kurz nicht besetzt gewesen war. Mein Hinweis, dass ich aber bereits seit mehr als 30 Minuten versuchen würde, jemanden zu erreichen, wurde von ihm nicht kommentiert. Dass die Minibar nicht wieder nachgefüllt worden war, konnte er sich nicht erklären. Mein Hinweis auf die Aussage seines Empfangsherrn, negierte er und bot mir an, uns mit Bier, Wein und kleinen Snacks zu versorgen. „Damit sei doch dann die Situation bereinigt“, so seine Aussage. Ich sehe das aber nicht so, denn in einem Grand Hotel erwarte ich 24/7 Service – Punkt!

Verschärft wurde die Situation durch die Tatsache, dass die Musik, die man in unserer Junior-Suite hörte, gar nicht vom Brückenfest, sondern aus dem darunter gelegenen Restaurant kam. Als diese dann endlich um 2 Uhr morgens aus ging, hörten wir noch bis etwas 2:30 Uhr Aufräumarbeiten, verbunden mit sehr lauten Geräuschen, die man sicherlich hätte unterbinden können, wenn denn Herr Häcker diesbezüglich tätig geworden wäre.

Am Sonntagmorgen war die Frühstückssituation wie am Tag zuvor: unbefriedigend und erschreckend für ein 4* plus Hotel. Wir räumten daher unser Zimmer zeitig und machten uns auf den Heimweg. Ich kann Bad Ems zwar für einen Tagesausflug empfehlen, zu mehr aber nicht. Und das Hotel erhält von mir keine Bewertung, da diese nur negativ ausfallen würde. Hier muss sich jeder selbst fragen, ob meine Darstellungen übertrieben sind. Sie entsprechen aber den erfahrenen Tatsachen.

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