_Bergwandern am Tegernsee

Bergwandern am Tegernsee

Blick von der Alm Neureuth auf den Tegernsee
Blick von der Alm Neureuth auf den Tegernsee

Nach vielen Jahren der Wander-Abstinenz entschloss ich mich, gemeinsam mit einer Freundin meiner Frau ein Wochenende im August zu nutzen, um einmal wieder neue Gegenden zu erkunden. Die Absprachen mit der Freundin waren schnell getroffen und ich hatte eine „Partnerin auf Zeit“ gefunden, die meine erneut entfachte Leidenschaft mit mir teilen wollte.

Auf der Webseite der Deutschen Bahn versuchte ich, ein günstiges Ticket für die Fernreise zu erhalten. Leider startete ich meine Vorbereitungen so früh im Jahr, dass es noch keine entsprechenden Angebote gab. Den dort angezeigten frühesten Verkaufstermin notierte ich mir zur Wiedervorlage in meinem elektronischen Kalender, sodass ich am 1. März ein Hin-/Rückfahrt-Ticket in der 1. Klasse eines ICE für 97,30 € erwerben konnte. Da ich Quartier bei der Partnerin beziehen konnte, musste ich mich nicht um ein Hotel bemühen, trotzdem schaute ich auf einschlägigen Hotelplattformen nach, um zu sehen, welche Alternativen es gab. Da unser Wanderwochenende für Ende August vereinbart war und sich die Hauptreisezeit dem Ende zuneigte, gab es günstige Angebote mit Frühstück ab 50 €/Nacht. Ich bereitete mich aber auf ein Wochenende im Freundeskreis vor, das mit Sicherheit angenehmer als die Übernachtung im B&B oder Hotel ist.

Die Zeit verflog schnell. Der Sommer 2018 bescherte uns zudem Sonnenschein pur und ein Ende war nicht abzusehen. Eigentlich ideale Bedingungen zum Wandern, leider sind Temperaturen über 19 Grad Celsius eher unangenehm, denn der Schweiß fließt dann in Strömen. Je näher unser Termin kam, desto unbeständiger gestaltete sich das Wetter im Süden Deutschlands. Leider verstarb auch noch ein Freund, zu dessen Beerdigung ich auf meinem Weg nach München in der Nähe von Heidelberg einen Zwischenstopp einlegen musste. Mein Sparpreis-Ticket war leider nicht umbuchbar, sodass ich genötigt war, das Verbindungsticket von Heidelberg nach München zu einem anderen Tarif zu erwerben. Was macht man nicht alles, um seinen Freunden Adieu zu sagen.

Zwischenstopp in Heidelberg
Zwischenstopp in Heidelberg

In München angekommen wurden die Wanderpläne konkretisiert und eine Alternative für den verregneten ersten Tag gesucht. Zwar hätten wir auch im Regen wandern können, sinnvoller war es aber, die Zeit für eine Besichtigung zu nutzen, denn München bietet so vieles, das ich noch ansehen wollte. Schnell war die Entscheidung für einen Besuch der Residenz gefallen, da der Trakt des Königsbaus nach einer mehrjährigen Renovierung wieder für die Öffentlichkeit geöffnet war. Den zweiten Tag reservierten wir für unsere Wanderung von Tegernsee nach Schliersee, wobei wir rund 20 km zurücklegen würden und etwa 500 Höhenmeter bewältigen wollten.

Damit ich mich frei in München bewegen konnte, kaufte ich mir eine Tageskarte für den Innenraum. Damit wird in München ein Gebiet abgedeckt, dass die meisten Sehenswürdigkeiten einschließt. Tagestickets kaufe ich meist bei meinen Reisen, da ich dann in der besuchten Stadt meine Aufmerksamkeit ganz der Umgebung widmen kann und nicht vom Straßenverkehrs abgelenkt werde, wenn ich mit einem Leihwagen (Car-Sharing) selbstfahrend unterwegs bin.

Am Eintrittskarten-Schalter der Residenz wurde ich mit der Frage konfrontiert, ob es nur ein Einzelticket für die Residenz oder ein Kombiticket mit dem Königsbau bzw. ein Triple-Ticket für die beiden vorgenannten Bereiche sowie zusätzlich die Schatzkammer sein soll. Ich entscheid mich für die Dreier-Lösung, um den verregneten Tag optimal nutzen zu können. Im Nachhinein kann ich aber die Empfehlung aussprechen, dass man sich lieber drei Einzeltickets kaufen sollte, da die Residenz ansonsten zwischendurch – wie etwa zum Essen oder etwas Trinken – nicht verlassen werden kann, ohne dass man sein Eintrittsrecht verliert. Besser man bezahlt etwas mehr, ist dann aber flexibler und kann seine Zeit besser einteilen. Insgesamt sind etwa 130 Räumen zu besichtigen.

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Nach rund dreieinhalb Stunden Audioguide-geführter Besichtigungstour durch die Residenz war das Aufnahmevermögen meine Hirns erschöpft und ich entschloss mich dazu, die Tour zu unterbrechen. Gesehen hatte ich gefühlt rund 70 Räume, sodass noch etwas weniger als die Hälfte übrig blieb. Ich nahm mir vor, der Residenz einen weiteren Besuch abzustatten, da sie in einem Tag nicht zu besichtigen ist.

Nach der Tour durch die Räume besuchte ich noch die Schatzkammer, die einen breiten Einblick in die Schätze des Freistaates Bayern gab. Hier muss man seinen Audioguide austauschen, denn ansonsten erhält man keine Erklärungen.

Nach rund viereinhalb Stunden beendete ich den Besuch der Residenz und bereitete mich auf den Wandertag vor.

Am Sonntagmorgen fuhren wir mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) von München Hbf nach Tegernsee. Das Ticket gab es aktuell für ADAC-Mitglieder im Angebot und kostete für zwei Personen nur 27 EUR. Ein echtes Schnäppchen, denn hätte ich es über die DB App gekauft, wäre ich pro Person 33 EUR ärmer geworden. Das Ticket deckt dabei die Fahrt bis Schliersee und den Großraum München ab.

Nach rund einer Stunde Fahrt und einem langsam aufklarenden Himmel erreichten wir den Bahnhof in Tegernsee. Von hier führt der Wanderweg in Richtung Berggasthof/Alm Neureuth (1 3/4 h), wo wir nach etwa 450 Höhenmetern und rund zwei Kilometern Strecke schweißgebadet ankamen. Nach einer kleinen Jause machten wir uns auf den Weg in Richtung Schliersee. Der Weg führte uns diesmal nicht mehr steil nach oben, sondern über leichte Steigungen und entspannte Abgänge zur Gindelalm, wo wir einen hausgemachten Zwetschgen-Datschi zur Stärkung aßen.

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Der Himmel war zwar bedeckt, die Temperaturen bewegten sich aber um die 19° C herum und machten das Wandern zu einer Freude. Gestärkt machten wir uns anschließend auf den Abstieg über die Gindelalmstraße in Richtung Schliersee, der für die Oberschenkelmuskulatur eine Herausforderung darstellte. Nach rund zweieinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel, die Uferpromenade des Schliersees, wo wir eine kleine Pause einlegten, bevor wir uns wieder mit der BOB auf den Rückweg machten. Insgesamt hatten wir rund 18,8 km zurückgelegt und über 550 Höhenmeter bewältigt, was eine gute Leistung war, da das nach rund 30 Jahren meine erste Bergwanderung war. Es wird aber nicht meine letzte gewesen sein und ich kann jeden nur ermuntern, sich auch auf den Weg zu machen, denn das Erlebnis ist einmalig.

Schliersee
Schliersee

Um 19:30 Uhr waren wir wieder zurück in München-Giesing, ermattet und glücklich, denn die Wandertour war ein voller Erfolg und meine Partnerin auf Zeit eine ideale Führerin, die unser Wandergebiet gut kannte.

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