_Als Passagier zu seinem Recht kommen Teil II

Wie ich im Juni berichtet habe, war ein Germania-Flug mehrere Tage verspätet aus Ägypten zurück nach Deutschland gekommen. Die Gründe für diese Verspätung waren vielfältig, letztendlich aber standen den Fluggästen Entschädigungen zu, die zu beantragen waren.

Einige berichteten mir, dass sie über eine Sammelanfrage beim Veranstalter zu ihrem Recht gekommen seien, während andere den Weg über Flightright bzw. einen Anwalt einschlugen. Welcher Weg für den Einzelnen der richtige war, muss letztendlich jeder für sich entscheiden. Wie lang dieser allerdings ist, das kann schon ausschlaggebend sein ebenso wie auch der Entschädigungsbetrag.

Zunächst wurde die Fluglinie angeschrieben, um die eigenen Ansprüche anzumelden. Auf diese Anschreiben erhielt keiner der Betroffenen eine Eingangsbestätigung bzw. eine Stellungnahme der Fluggesellschaft, dass man den Fall prüfen und danach entscheiden werde, ob und in welcher Höhe eine Erstattung des Flugpreises bzw. eine Entschädigung geleistet werden würde.

Copyright: Flightright.de
Copyright: Flightright.de

Diejenigen, die einen Anwalt beauftragt hatten, erhielten ebenfalls keine Antwort auf ihr erstes Anschreiben. Daraufhin wurden Mahnungen verschickt, auf die es auch keine Rückmeldungen gab. Als dann schließlich der Anwalt mit einer Sammelklage drohte, kam die Rückmeldung, dass die Fluggesellschaft sich leider erst mit Verspätung (wegen des hohen Kommunikationsaufwandes) darum kümmern könne, die Entschädigungen aber zeitnah ausgezahlt werden würden, sodass eine Klage hinfällig wurde.

Alle die, die sich über Flightright haben vertreten lassen, erhielten mit identischer Zeitverzögerung ihre Entschädigungsangebote bzw. bereits ihre Auszahlungen. Hier wurde aber bereits das auf der Webseite des Anbieters angekündigte Honorar abgezogen und nur der bereinigte Betrag ausgezahlt.

Wer sich über einen Anwalt vertreten ließ, der musste entweder aufgrund des geringen Streitwertes sich auf einen Pauschalierungsvertrag mit dem Anwalt einlassen oder aber hohe Kosten übernehmen, da jeder Brief und jede Dienstleistung extra berechnet werden. Zudem muss man in jedem Fall die Anwaltskosten selbst tragen, da es sich um einen unstrittigen Erstattungsanspruch handelt und die Fluggesellschaft immer argumentieren kann, dass sie ja gezahlt hätten, wenn sich der Fluggast direkt bei ihnen – ohne Inanspruchnahme anwaltlicher Unterstützung – gemeldet hätte. Dadurch entfällt die Pflicht zur Kostenübernahme und der Kunde muss diese tragen.* Bei einer geringen Entschädigungssumme kommen schnell höhere Anwaltskosten zusammen als der eigentliche Erstattungsbetrag es ausweist. Dann hat man nicht nur den Schaden, dass man Arbeitstage zusteuern musste, sondern man bleibt auch auf den Differenzkosten sitzen. Also aufgepasst und sich stets überlegen, ob anwaltliche Hilfe sinnvoll ist.

*Anmerkung: Das trifft auch bei vielen anderen Streitigkeiten zu: Daher rate ich – immer zunächst die Gegenseite anschreiben und die Ansprüche anmelden. Erst dann anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn alles aussichtslos abgelehnt worden ist.

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2 Gedanken zu “_Als Passagier zu seinem Recht kommen Teil II

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