_Wildpark Bad Mergentheim

_Wildpark Bad Mergentheim

IMG_7455
Braunbär

Bei meinem Besuch in Bad Mergentheim habe ich mir gleich die Informationen für eine Stadtführung besorgt, um etwas mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren. Die Dame in der Tourist-Information machte mich dabei auf den Wildpark aufmerksam und übergab mir auch gleich einen entsprechenden Prospekt mit. Zunächst war ich skeptisch, ob ich mir noch einen weiteren Wildpark anschauen sollte. Die Aussage: Hast du einen gesehen, kennst du alle! stand dabei zunächst im Vordergrund. Das Lesen des Prospektes machte mich aber sehr neugierig und so plante ich den Besuch des Parks für den nächsten Tag ein.

Das Navigationssystem meines Wagens führte mich auf der B290 etwa 5 km aus der Stadt hinaus. Kurz vor dem Ziel war der Wildpark dann auch ausgeschildert, sodass ich schnell den Parkplatz fand, von dem aus man etwa 300 m bis zum Eingang laufen musste.

Beim Kauf der Eintrittstickets wurde auch gleich Tierfutter mit angeboten, dass man für die Fütterung von Kleintieren nutzen darf. Da das Jahr 2018 ja außergewöhnlich trocken war und Regen schon seit Langem Mangelware ist, war das Gelände entsprechend trocken und staubig. Direkt hinter dem Eingang befindet sich ein Bereich für Familien mit ihren Kindern. Hier kann vor Beginn der eigentliche Erlebnistour zunächst gegessen und gespielt werden. Da sich in dem Bereich aber auch der Ausgang befindet, haben die Kinder somit ein Endziel: erneutes Spielen auf den Geräten und der Koboldburg, in der man übrigens an bestimmten Tagen auch übernachten kann.

IMG_7549
Koboldburg

Ich folgte dem ausgeschilderten Rundgang und fand mich schnell in einer Landschaft wieder, die ideale Voraussetzungen für Steinböcke und Mufflons bot. Das war der Einstieg in eine Rundreise durch die unterschiedlichsten Lebensbereiche von Kuschel-, Nutz- und Jagdtieren.

Beeindruckend war für mich die Begegnung mit einem Uhu und einer Schneeeule, in deren Gehege jeder hineingehen kann. Manch ein Tierliebhaber und Hobbyfotograf kommt hier ganz auf seine Kosten. Ich empfehle aber ein Stativ mitzunehmen, denn oftmals benötigt man doch längere Belichtungszeiten, um das Foto – und somit das Tier – gut aussehen zu lassen. Entsprechende Fotografier-Genehmigungen sollten aber vor dem Besuch des Wildparks angefragt werden. Eine Investition die sich sicherlich lohnt.

Sehr schön habe ich es auch empfunden, dass Hundebesitzer ihre Lieblinge, und ich spreche hier nur von den Vierbeinern, mit in den Tierpark nehmen können. Es sollten aber einige Grundregeln befolgt werden, damit alles den Besuch genießen können. Ich habe dadurch Begegnungen der dritten Art sehen können: Hunde, die sich ängstlich verstecken wollten, da sie andere Tiere sahen, die sie noch nicht kannten. Sicherlich auch für ein Tier eine neue Erfahrung. Schön war es, dabei die Reaktionen der Tierbesitzer wahrzunehmen, die von Erstauen bis hin zu Unverständnis alles ausdrückten.

Uhu im Wildpark-Freigehege
Uhu im Wildpark-Freigehege

Wer sich Zeit nimmt und den Tierpark intensiv erleben möchte, wird sicherlich mehr als drei Stunden investieren müssen. Der Rundweg erfordert bei gemächlichem Gehen bereits fast zwei Stunden, um bewältigt zu werden. Dabei habe ich bereits eingerechnet, dass man auch bei den Fütterungen dabei sein möchte. Die Zeiten sind schon beim Start des Rundwegs zu erfragen bzw. auf der Webseite abzurufen, damit man auch rechtzeitig an den entsprechenden Freigehegen sein kann. Die Winterfütterungszeiten sind etwas anders, sodass man sich hier über diesen Link informieren sollte. Legt man häufigere Pausen ein, so werden schnell drei und mehr Stunden aus einer Runde.

Geier im großen Freifluggehege
Geier im großen Freifluggehege

Geier im Freiflug sehen zu können, dafür muss man nicht in die Savannen reisen, sondern kann das auch gut hier erleben. Sie sind die Gesundheitspolizei der Wildnis, denn sie sind Aasfresser. Überwältigt ist man auch von der Größe der Elche, die sich majestätisch bewegen und für uns eigenartige Laute von sich geben, während sie im Rudel äsen. Sie zu beobachten, hat etwas sehr beruhigendes, was sich auf mich übertragen hat.

Die „Sprache“ der Elche zu hören, ist schon etwas Besonderes.

Nicht weit entfernt von den großen Elchen sieht man dann schon die Wölfe, die sich entweder spielend als Rudeltiere zeigen oder als Einzelgänger bzw. Leitwolf die Gruppe aus etwas Distanz beobachten. Obwohl man immer gerne an einen Schäferhund denkt, wenn man diese Tiere sieht, sollte man nicht vergessen, dass es Raubtiere sind, die unberechenbar sein können. Mit gebührenden Abstand werden sie uns Besuchern gezeigt.

IMG_7501
Wölfe

Auf dem Spielbauernhof haben alle kleinen und großen Besucher die Möglichkeit, etwas mehr Nähe zu Tieren aufzubauen. Neben einem Streichelbereich, den man betreten kann und wo die Tiere (Ziegen, Lämmer, Kaninchen, usw.) auch zutraulich sind, gibt es auch Nutztiere (Schweine, Kühe, Gänse, usw.) zu sehen. Für eine Pausenmahlzeit findet man hier Sitzgelegenheiten und eine „Futterstelle für Menschen“. Bei zivilen Preisen kann man sich hier etwas kaufen, um eine kleine Vesper einzulegen. Für Kinder die Gelegenheit, um Tiere hautnah erleben zu können und für die Eltern, um etwas Zeit, damit man wieder Luft holen kann.

Streichelbereich mit Zicklein, Kaninchen und anderen Kleintieren
Streichelbereich mit Zicklein, Kaninchen und anderen Kleintieren

Nach dem Bauernhof kommt man zu den Wildschweinen und Waschbären. Dass wir Wildscheine hier in unserem Land haben, ist wohl jedem bekannt. Die Waschbären vermutet man aber nicht hier zu finden, obwohl es eine sehr große Population um Kassel herum gibt, die sich mittlerweile auch weiter verbreitet hat, sodass man diese Tiere als bei uns heimisch betrachten kann.

Gleich nach dem Waschbärengehege findet man den Eingang zu einer Fledermaushöhle. In dieser ist es sehr feucht und – bis auf eine schummrige Beleuchtung – auch dunkel. Nachdem man etwas verharrt hat und sich die Augen an das spärliche Lichtangebot gewöhnt haben, kann man diese nachtaktiven Flugdrachen erleben. Obwohl sie aktiv herumfliegen, berühren sie einen nicht. Verlässt man nun die Höhle wieder, so kommt man gleich zum Polarfuchs-Gehege, in dem man diese scheuen Tiere erleben kann. Da sich das Fell der Jahreszeit anpasst, habe ich sie nur in einem grauen und nicht einem weißen Pelz betrachten können. Trotzdem sind diese Tiere, die Temperaturen von bis zu -50° C überstehen können, sehr schön anzusehen.

 

Der Weg zurück mich jetzt am Dammwildgehege vorbei wieder zurück zum Ausgang. Hier angekommen kann man nochmals eine Rast einlegen und etwas verzehren, bevor man das Gelände verlässt.

Mir hat der Wildpark gut gefallen und ich würde ihn für Familien mit Kindern und Hunden sehr empfehlen. Letztendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, ob das Ausflugsziel seinen Wünschen und Ansprüchen gerecht wird. Vielleicht konnte ich ja einige Anregungen geben, um den Anreiz für einen Besuch zu initiieren. Viel Spaß!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s