Rezension: Restaurant Lütticher in Köln

Anfang 2018 haben wir bei unserem Weinhändler ein Restaurant-Gutschein-Buch der etwas anderen Art erworben. In dem „Taste Twelve„, dessen Konzept jeweils ein Hauptgericht als Geschenk des Hauses vorsieht, fanden wir das Lütticher, das uns – von den angebotenen Speisen her – zusagte.

Eine erste telefonische Kontaktaufnahme im November scheiterte, da ich offensichtlich außerhalb der Öffnungszeiten anrief. Die Suche nach einer Webseite scheiterte ebenso, sodass ich schon befürchtete, dass es das Lokal nicht mehr geben würde. Allerdings fand ich dann mehrere Berichte darüber, dass das Restaurant ausgeraubt und verwüstet worden war und man über einen längeren Zeitraum mit der Zahlungsunfähigkeit kämpfen musste.

Es gab im Internet aber auch Berichte darüber, dass das Lütticher seit Oktober wieder eröffnet sei, da man den Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen habe. Ich reservierte schließlich über die Facebook-Präsenz und dem dort eingebundenen Reservierungssystem Quandoo einen Tisch für vier Personen und wir waren am 23. November 2018 zu Gast im Lütticher.

Der Empfang war freundlich, da der Geschäftsführer uns bereits erwartete. Man hatte für uns einen zusätzlichen Tisch in dem sehr eng bestuhlten Restaurant hergerichtet, der sich allerdings im Zugangsbereich zu den Toiletten befand. Diesen nutzen wir nicht, da wir die Wahl hatten, sondern platzierten uns an der Kopfseite eines langen Tisches, der sich links im Raum über die gesamte Raumtiefe erstreckte. Zugang zu den beiden Plätzen an der Wand erhielt man nur, wenn man den Tisch unelegant aus der Tischreihe herauszog, um sich dann auf der Sitzbank zu platzieren. Eine Lösung, aber nicht die ideale, denn wer ein dingendes Bedürfnis zu stillen hat, würde ein Problem haben. Aber, wir werden sehen. Zunächst hatten wir aber erst einmal Plätze.

Zwei Kellner kümmerten sich sogleich um uns und brachten die Speise- und Getränkekarten. Zunächst begnügten wir uns mit einem stillen Wasser und Prosecco zum Einstimmen.

Alles auf der mit einer überschaubaren Menge an Gerichten versehenen Speisekarte klang köstlich und da wir keine Vorstellung über die Größe der einzelnen Gänge hatten, fiel die Wahl zunächst auf jeweils ein Hauptgericht und eine Nachspeise. Die ausgewählte Entenbrust mit Gemüsebeilagen, Kürbispüree und Süßholzjuice wurde ebenso wie die anderen Hauptgerichte nach einer angemessenen Wartezeit, die wir mit frischem Brot und Olivenpesto überbrücken konnten, aufgetischt. Sie war vorzüglich und ein Gaumengenuss. Das andere Hauptgericht war eine Tagliatelle mit Wintertrüffel, die zwar etwas überteuert, geschmacklich aber gut abgestimmt war. Beide Portionsgrößen waren überschaubar, aber nicht zu wenig, und boten Platz für die Nachspeisen: Ein Schokoladentörtchen im Glas mit Vanilleeis – köstlich – und einem fast unaussprechlichen Kokos-Pistazien-Dessert, das mehr versprach als es halten konnte.

Während der gesamten Zeit war eine Unterhaltung nur schwer möglich, da die Geräuschkulisse sehr laut war. Vorteil: Der Gast am Nachbartisch konnte kein Gespräch mithören. Nachteil: Eine Unterhaltung ist nur erschwert möglich.

Nach Espresso und Cappuccino erhielten wir die Rechnung, die weder mit EC- noch mit Kreditkarte, sondern nur bar bezahlt werden konnte. Ein Umstand, auf den man im Vorfeld hinzuweisen hat, denn die Rechnung bewegte sich im dreistelligen Bereich.

Fazit: Wer es hip mag, kein Problem mit begrenztem Platzangebot und Geräuschkulisse hat, der kann hier gut essen. Die Gerichte sind gut, etwas überteuert und haben in einigen Bereich noch Entwicklungspotenzial.

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