Reise nach Breslau in der Woiwodschaft Niederschlesien: 1. Station in Meißen

Prebischtor in der Böhmischen Schweiz
Prebischtor in der Böhmischen Schweiz

Nachdem ich mich immer wieder auf dem UNESCO World Heritage list-Atlas umschaue, um Reiseziele zu finden, deren Besuch sich auszahlt, stieß ich auf Breslau, das heutige Wroclaw. Eine Stadt mit wechselseitiger Geschichte, an die sich viel Leid knüpft.

Zunächst dachte ich über eine Flugreise dorthin nach, die mich auf direktem Weg von CGN oder DUS nach WRO (IATA Codes) bringen würde. Da zum einen die Kosten nicht unerheblich waren und ich zudem plante, auch einen Abstecher nach Meißen, Dresden und Görlitz zu machen, und zum anderen die Anreise mit dem Auto mich über die Sächsische und Böhmische Schweiz nach Breslau führen würde, entschied ich mich letztendlich für den PKW. Ich fahre seit neun Jahren einen Toyota Prius Hybrid, mit dem ich zufrieden bin, da er akzeptable Verbrauchswerte für einen Benziner mit einem 1,8 l Motor bietet. Daher plante ich meine Fahrt mit dem PKW und suchte zunächst nach Zielen und Unterkünften auf meinem Weg in den Süden von Polen, dem ehemaligen Niederschlesien.

Mein erster Halt nach rund sechs Stunden Fahrtzeit und 570 km Strecke war die Stadt Meißen in Sachsen. Eine Nacht hatte ich im Dorint Parkhotel Meißen gebucht, da es sich direkt an der Elbe und gegenüber der Albrechtsburg Meißen befindet. Der Preis für mein DZ inklusive Frühstück war, da ich erneut über Hotel.de-Deals gebucht hatte, um fast 50 % reduziert.

Bereits im Vorfeld hatte ich Kontakt zum Schlösserland Sachsen aufgenommen, damit ich ungehinderten Zugang zu allen von mir geplanten Schloss- und Burgbesichtigungen erlangen konnte. Es zeigte sich, dass das eine sinnvolle Maßnahme war, denn einige der Schlösser hatten an den von mir angefragten Tagen bereits andere, geschlossene Veranstaltungen vorgeplant, sodass man mir an diesen Tagen keinen Zutritt gewähren konnte. Sehr hilfreich war der Hinweis auf die iOS-Apps SchlösserlandKarte und Schlösserland-AudioGuides. Über die erste App kann man sich Eintrittskarten kaufen, sodass man nicht lange für eine Eintrittskarte anstehen muss. Die andere bietet einen Fremdenführer, der sich in einigen ausgewählten Burgen, Schlössern und Gebäuden gut auskennt und kostenfrei genutzt werden kann. Ich vertiefte mich zunächst einmal dort und auf dem Internet, um mehr Informationen zu den Gemäuern zu erhalten und begann meine Schlössertour in Meißen auf der Albrechtsburg.

Von meinem Hotel zur Burg war es nur ein Fußweg von 30 Minuten, der mich entlang der Elbe über die Brücke und durch die Altstadt hinauf zum Burgplatz führte. Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich die spätgotische Architektur des ersten Schlossbaus in Deutschland betrachten. Die auf einem Hügel gebaute Burg, auch als  Höhenburg bezeichnet, ist geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention, einem völkerrechtlichen Vertrag aus dem Jahr 1954, der besagt, dass das Kulturgut während eines Krieges oder bewaffneten Konfliktes vor Zerstörung oder Beschädigung sowie Diebstahl, Plünderung und anderen Formen einer widerrechtlichen Inbesitznahme zu schützen ist. Inwieweit sich Parteien daran gebunden fühlen, wäre abzuwarten, denn viele Kulturgüter in der islamischen Welt wurden ja in den letzten Jahren willentlich von Talibankämpfern zerstört. Ich hoffe nur, dass wir das nie erleben werden.

Dem Besucher wird im Inneren eine restaurierte und komplett wiederhergestellte Burg präsentiert, die in ihrer Art einmalig ist. Nach ihrer Entlassung aus dem Hofzubehör wurde sie von 1710 bis 1863 als Produktionsstätte der berühmten sächsischen Porzellanmanufaktur genutzt.

Beim Rundgang bekommt man anhand von Schaukästen schnell einen Ein- und Überblick, was es bedeutete, dass in der Burg Porzellan hergestellt worden ist. Schäden an der Bausubstanz und an den Einrichtungen konnten erst nach dem Abzug der Porzellanmanufaktur in Angriff genommen werden und der Bau wurde daraufhin bis 1870 restauriert.

Alle Räume der beiden Hauptgeschosse wurden in den Folgejahren mit Wandbildern zur Geschichte Sachsens und Meißens versehen. Heute gehört das Schloss zu den Staatlichen Schlössern und Gärten in Sachsen und beherbergt ein öffentlich zugängliches Museum. Einen Besuch verbunden mit dem Abtauchen in sächsische Geschichte empfehle ich dringend. Mich haben besonders die Kachelöfen und die Wand- und Deckenarbeiten begeistert. Hier haben die Restauratoren gute Arbeit geleistet und der Gesamteindruck verdeutlicht, dass die Sachsen im Weltgeschehen keine unbedeutende Rolle gespielt haben. Der Audioguide, den man im Eingangsbereich zur Burg erhält, bietet alle Informationen, die zum Verständnis erforderlich sind.

Nach meinem rund drei Stunden Rundgang durch die Albrechtsburg machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel und genoss die Atmosphäre des Sonnenuntergangs sowie die langsam einsetzende heimelige Lichtsituation in der Altstadt.

Spontan ließ ich mich auf eine Abendessen in der Ratsschänke im Ratskeller ein. Dieser Teil des Restaurants war gut besucht, obwohl es mittlerweile fortgeschrittener Abend war.

Ich bestellte von der lokal ausgerichteten Speisekarte und genoss ein Abendessen, dass bei mir viele Erinnerungen an meine Kindheit, die ich oftmals bei den Großeltern in Thüringen verbinden durfte, hervorrief. Sächsische Speisen kann man in einem Restaurant im Rheinland nicht erhalten und der Genuss war daher doppelt gut. Für Reisende, die gerne deftig essen, ist die Ratsschänke im Ratskeller ein möglicher Platz, um sich verwöhnen zu lassen. Ich habe die Geselligkeit der mich umgebenden Gäste und den rauen Umgangston der Kellner genossen und komme bestimmt wieder.

Nach einem „keine Wünsche offen lassenden Frühstück“ reiste ich über Dresden weiter nach Stolpen in Sachsen, wo ein Besuch der Burg Stolpen auf meinem Plan stand, die eine beeindruckende Geschichte zu erzählen hat.

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