FSME in Deutschland und Europa

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Deutschland und Europa: Jetzt noch rechtzeitig impfen

Seit dem Frühjahr haben Zecken wieder Saison. Durch ihren Biss können sie gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder auch Borreliose übertragen. Zu den FSME-Risikogebieten zählen Teile von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Skandinavien und Osteuropa. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät insbesondere Outdoor-Urlaubern und Menschen, die sich in den Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland im Freien aufhalten, dazu, sich jetzt noch rechtzeitig durch eine Impfung zu schützen. Die Zahl der FSME-Fälle ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr in Deutschland um zwanzig Prozent gestiegen.

„Mit 583 FSME-Erkrankungen gab es nach Angaben des RKI in Deutschland im Jahr 2018 rund 100 Fälle mehr als in 2017 (486 FSME-Erkrankungen)“, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. In Deutschland zählen inzwischen 16 Landkreise – insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen, aber inzwischen auch in Niedersachen (Landkreis Ermsland) zu den Verbreitungsgebieten. Die Schweiz berichtet einen seit Jahren kontinuierlichen Anstieg an FSME-Fällen und hat ihre Impfempfehlung inzwischen auf fast alle Kantone ausgeweitet.

FSME unterliegt europaweit einer Meldepflicht. Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) der Europäischen Union (EU) hat in seinem letzten Bericht aus 2018 darauf hingewiesen, dass es in den vergangenen Jahren in den Monaten Juni bis Oktober europaweit zu den FSME-Infektionen gekommen sei: „Gefährdet sind alle Menschen, die sich ab Frühjahr und im Sommer in den FSME-Verbreitungsgebieten im Freien und insbesondere auch im Wald aufhalten, und somit Zecken ausgesetzt sind“, sagt der Experte. „Für diese empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen FSME.“ Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Impfung gemäß der geltenden Impfschemata noch rechtzeitig durchführbar.

Überträgt eine Zecke das FSME-Virus durch einen Biss auf den Menschen, kann es zu grippalen Krankheitssymptomen kommen. In einem Teil der Fälle folgt nach einem kurzem, beschwerdefreien Intervall eine Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung (Meningitis, Enzephalitis), die mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und möglicherweise Koma einhergehen. Für einen verlässlichen und langdauernden FSME-Schutz sind drei Impfstoffdosen notwendig, die im Abstand von mindestens 14 Tagen beziehungsweise drei Monaten (erste und zweite Teildosis) und dann fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Teilimpfung verabreicht werden. Nach der zweiten Teilimpfung besteht bereits ein kurzzeitiger Schutz. Für eine drei bis fünf Jahre anhaltende Immunität ist die dritte Teilimpfung notwendig. Die Impfung sollte dann, je nach Lebensalter, alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

„Eine Impfung gegen FSME macht eine sorgfältige Expositionsprophylaxe durch geschlossene Kleidung und Schuhe sowie durch die Verwendung von Repellentien aber nicht überflüssig“, betont Professor Jelinek. „Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Krankheit Borreliose, die weltweit vorkommt, ist sie der einzige Schutz. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht.“

Quellen:
www.rki.de
www.crm.de