Rezension: Hotel Des Indes, Den Haag, NL

4* Hotel Des Indes, Den Haag đź‘Ťđź‘Ťđź‘Ť

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Bereits zum zweiten Mal war ich Gast im Hotel Des Indes, dass sich selbst als Mitglied der „Leading Hotels of the World“ sieht. Beim ersten Besuch hatte ich das VergnĂĽgen, meinen Geburtstag dort feiern zu können und diesmal planten wir ein gemeinsames Wochenende mit Freunden dort zu verbringen. Unser Zimmer war damals (#435 mit Dusche) – und auch diesmal (#437 mit Badewanne) – im 4. Stock gelegen und bot einen Blick auf die Stadt in Richtung Scheweningen im Westen.

Da ich mit meinen Gästen sehr früh im Hotel ankam, deponierten wir zunächst unser Gepäck in einem bereits freien Zimmer und statteten dem Mesdag-Museum einen Besuch ab, das nur etwa einen Kilometer entfernt und sehenswert ist. Das hoteleigene, unbedachte Parkangebot (40€/Tag) nahmen wir diesmal aber nicht an, da sich in nur 200 m Entfernung ein öffentliches Parkhaus befindet (30€/Tag).

Auf dem Weg zurĂĽck vom Museum ins Hotel fĂĽhrte uns der Weg vorbei am Schloss und zahlreichen diplomatischen Vertretungen. Jetzt waren beide Zimmer, die mit jeweils einem in lila gestrichenen Bad ausgestattet waren, bezugsfertig, sodass wir uns etwas Frischmachen konnten, um das anschlieĂźende Abendessen im Gault Millau und Michelin-Sterne Restaurant des Hotels doppelt genieĂźen zu können. Die Ausstattung der geräumigen Zimmer war dem Preis angemessen.

Im Restaurant angekommen, mussten wir erfahren, dass die von mir vorbestellte und auch namentlich bestätigte Tischreservierung nicht auf der Gästeliste ausgewiesen war. Die Empfangsdame reagierte aber so, wie man es in einem solchen Fall erwarten kann, und wies uns einen anderen Tisch zu. Als kleine Aufmerksamkeit fĂĽr den erlittenen „Schock“ lud sie uns zu einem Aperitif ein, was wir gerne annahmen. Leider wurden uns die vier Getränke auf der Schlussrechnung als Eigenverzehr ausgewiesen. (Nach meiner Reklamation storniert.) Das hätte nicht passieren dĂĽrfen.
Eine Besonderheit wurde uns dann vom Kellner vorgetragen: Wir konnten alle entweder nur à-la-carte oder ein 3- 4-, 5- oder 6-Gänge-Menü auswählen, dass allerdings dann auch von jedem zu bestellen war. Man wurde dadurch irgendwie gezwungen und gebunden, was ich bisher noch nie so erlebt habe. Wir entschieden uns für das 4-Gänge-Chefmenü und bestellten dazu von der Karte einen 2013er südafrikanischen Rotwein.
in Erwartung dessen, was wir geboten bekommen sollten, wurde uns erst einmal die Weinflasche gezeigt: Es war ein 2017er! Das war fĂĽr den ausgewiesenen Preis eine schlichte Unverschämtheit und wurde auch so nicht akzeptiert. Der Kellner versuchte uns davon zu ĂĽberzeugen, dass der 2013er ausgegangen sei! Einfach inakzeptabel ist eine solche Vorgehensweise. Etwas angesäuert erwarteten wir nunmehr das Essen, nachdem wir uns fĂĽr einen anderen Wein entschieden hatten, der uns aus dem Weinkeller – ohne dass er auf der Karte stand – angeboten wurde. Dieser Wein war gut, ebenso auch die vier Gänge unseres MenĂĽs. Einen groĂźen Abzug am Gesamteindruck hinterlieĂź allerdings das Bedienungspersonal, dass sehr unprofessionell und schlecht geschult war.

Das Frühstück war nicht dem Hotel angemessen, denn unter anderem entsprach die Auswahl an verschiedenen Teesorten nicht dem international gültigen Standard: Darjeeling und Earl Grey = ja, aber Assam = nein. Ein frisch gemachtes Rührei wurde ebenso wenig angeboten und die Auswahl an frischem Gemüse sowie saisonalem Obst war unausgewogen und ist bei einem Frühstückspreis von über 30E/Person als nicht adäquat zu bezeichnen.

Meine Empfehlung lautet daher: Wer mondänes Ambiente mag, sich mit kleinen Unwägbarkeiten arrangieren kann und dabei nicht aus der Haut fährt, der wird sich hier wohlfühlen. Apropos Wohlfühlen: Für die Nutzung des Spa muss extra bezahlt werden. Bei einem Paar kommen da ganz schnell fast 80 Euro zusammen.

Hotel Des Indes

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