Leiden, NL – ein Kleinod

Sich mit Freunden irgendwo zu treffen, hat oftmals einen besonderen Reiz. Nicht nur, dass man andere Städte kennenlernt, die ansonsten nicht als das Hauptreiseziel anzusehen wären, sondern die Entschleunigung ist besonders hoch, einmal ohne Plan und Ziel seinen Weg zu machen.

Am Wochenende verschlug es uns nach Leiden in den Niederlanden. Diese Stadt liegt nur unweit entfernt nördlich von Den Haag und ist über die Autobahn gut zu erreichen. Nach etwa drei Stunden Autofahrt mit unserem Prius – und einem Durchschnittsverbrauch von 4,2 l/100 km – kamen wir entspannt in Leiden an. Unser Hotel (Ibis) lag sehr zentral direkt am Hauptbahnhof, aber man kann hinter dem Hotel auf einem öffentlichen Parkplatz gut sein Auto abstellen. Unser kleines, aber ausreichend ausgestattetes Zimmer in der dritten Etage bot einen schönen Blick über die Stadt und gab uns gleich das Gefühl, im Kurzurlaub angekommen zu sein. Ibis hat zwar den Ruf eher spartanisch zu sein, wir hatten aber nicht das Gefühl, uns in einer Absteige zu befinden. Der Zimmerpreis war zwar kein Schnäppchen, aber durch die Lage akzeptabel.

Ausgestattet mit einem Stadtplan machten wir uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Es war zwar schon etwas später am Tag, aber die ersten Eindrücke machten Lust auf mehr. Die Menschen um uns herum gaben uns das Gefühl, bereits nicht mehr der Gast, sondern eher ein Bewohner der Stadt zu sein. Die Art und Weise wie die holländischen Nachbarn leben und wohnen ist einfach erfrischend. Ein Plakat wies darauf hin, dass am nächsten Tag Open Monumentendag ist, was jeden Besucher kostenfreien Eintritt in Museen und historische Gebäude gewährt. Wir haben das bereits in Amsterdam schon viele Male genutzt, aber unseren Besuch nicht danach geplant. Die Überraschung war daher groß und wir planten für den nächsten Tag, dieses Angebot für uns zu nutzen. Für unser Abendessen hatten wir einen Tisch im Restaurant Rubin reserviert. Zum Glück hatten wir einen Tisch vorbestellt, was ich hier jedem Besucher eines Restaurants in  Holland dringend empfehle auch zu tun. Entgegen unseren Befürchtungen war das Speisenangebot umfangreich und sehr gut. Da die Preise zudem auch noch im mittleren Preisbereich lagen, waren wir doppelt überrascht und zufrieden.

Unsere Sightseeing-Tour durch die Stadt begann mit einem Besuch der historischen Windmühle Museum de Valk. Hier erfuhren wir, dass die Windmühlen unter anderem auch heute noch zur Entwässerung der Kanäle eingesetzt werden. Auf der Breestraat bewegten wir uns in Richtung der Leiden City Hall und passierten den Stadsgehoorzaal. Leider konnte man dieses Gebäude nicht besichtigen, aber das genau gegenüber liegende alte Anwesen der Wasserwirtschaft war geöffnet und lud zu einem Besuch ein. Hier erfuhren wir viel über die holländische “Wasserwirtschaft”, durch die es ermöglicht wird, weite Teile Hollands, die sich unterhalb des Meeresspiegels befinden, zu bewohnen. Unser nächstes Ziel war der Stoffmarkt, der sich entlang des Oude Rijn hinter dem Rathaus und vorbei am Fischmarkt erstreckte. Ein Erlebnis der besonderen Art war dieser Markt, denn hier fanden wir neben schönen Stoffen für Couchkissen auch einen neuen, farblich zum Zimmeranstrich passenden Bezug für meinen Bürostuhl. Ich war begeistert und wir bereuten es nicht, den weiteren Stadtrundgang mit Stoffen beladen fortzusetzen. In einem Restaurant auf der anderen Seite des alten Rheinarms genossen wir die Spätsommersonne und nahmen einen kleinen Snack ein. Auch hier waren die preise sehr zivil und man kam sich nicht als Tourist vor, sondern als Einheimischer, der den Samstagnachmittag genießt. Ich empfehle hier, sich Zeit für die Altstadt zu nehmen, denn sie ist es wirklich wert. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen und der Rundgang kam uns nicht zu lang vor.Vielleicht werden wir bei einem nächsten Besuch der Stadt uns einen Stadtführer nehmen, denn etwas mehr über die Historie zu erfahren, wäre sinnvoll gewesen.

Nachdem wir einen weiteren schönen gemeinsamen Abend genossen hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Gerne denke ich an die neuen Impressionen und Erlebnisse zurück, die wir in dieser Stadt erfahren haben.

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