Wochenendausflug Saarschleife

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Blick vom Aussichtsturm auf die Saarschleife

Reiseland Deutschland: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch so nah liegt?

Diesmal war die Saarschleife das Wunschziel. Aufgrund der Empfehlung einer Freundin buchten wir einen Wochenendaufenthalt im Landhotel Saarschleife. Wir wählten aus den Angeboten das “Landflair Parkblick”-Doppelzimmer zusammen mit dem Arrangement “Savoir Vivre” zum Preis von fast 300 EUR/Person. Ein stolzer Preis, der die Erwartungen an das Wochenende hoch setzten: Zwei Mal ein 4-gängiges Menü, der angepriesene Wellnessbereich und bereits im Voraus gebuchte Ganzkörpermassagen (Abhyanga- Ayurvedische) – die Vorfreude war entsprechend groß.

Da das Hotel abgelegen von Autobahnen lag, war die Anfahrt entsprechend lang. Nach rund dreistündiger Autofahrt erreichten wir von Köln aus unser Ziel. Die Zimmer waren so wie auf der Webseite beschrieben, allerdings war der Fußbodenbelag eher Laminat als Holzparkett. Trotzdem bedeutend angenehmer als der doch oftmals sehr in die Jahre gekommene Teppichboden. Die Ausstattung des Zimmers war modern und farblich angenehm gestaltet. Da unser Zimmer unter dem Dach lag, war es für einen Menschen unter 1,70 m Körpergröße fast unmöglich, das Fenster in der vom Badezimmer getrennten Toilette zu öffnen. Es gab zwar einen kleinen Hocker, aber selbst mit diesem war es selbst für mich mit 1,88 m Größe beschwerlich, das Velux-Fenster zum Lüften zu öffnen. Bei diesem Preis erwarte ich eine bedienbare Lösung. Das Badezimmer, das zwischen dem Wohn-Schlafzimmer und der Toilette eingebaut war, besaß hingegen nur eine Zwangsentlüftung, die sich redlich bemühte, das Raumklima angenehm zu gestalten.

Die Betten waren sehr gewöhnungsbedürftig. Die Matratze war mit einem gummiartigen Laken bezogen, dass den Schlaf beeinträchtigte. Zudem waren die Kopfkissen mit einer Kunststofffüllung ausgestattet, die diese zu einem uneinnehmbaren Berg werden ließen. Solche Kissen findet man in preisgünstigen Hotels der unteren Kategorie. Sie sollten aber nicht in dieser Preisklasse zu finden sein. Ich hätte mir Daunenfüllungen in den Kissen gewünscht, denn diese passen sich dem Nackenbereich beim Schlafen an. Allerdings war die Nachtruhe eine kleine Entschädigung für diese Hemmnisse der Betten.

Das viergängige Menü war an beiden Tagen abwechslungsreich und geschmacklich gut abgestimmt. Wie in den meisten Hotels wurde auch hier der Gewinn über die Getränke generiert. Auf dem Land sollte man aber andere Preise als in einer Metropole erwarten dürfen.

Der Frühstücksraum und das Büffet waren gewöhnungsbedürftig, denn alles war sehr unübersichtlich angeordnet, es gab kein Vollkornbrot und die Brötchen machten den Anschein, als seine sie vom Tag zuvor. Und das an beiden Tagen, an denen wir hier unser Frühstück einnahmen. Über die Qualität mag ich mich hier nicht äußern, denn ich hätte mehr erwartet als das Angebotene.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Saarschleife. Aus der Vielzahl der angebotenen Routen wählten wir den etwa 8 km langen Cloefs-Pfad aus, der uns von der Anhöhe hinunter an die Saar führte. Von dort stieg man durch den Wald wieder bergauf, um zum Baumwipfelpfad mit 6% Steigung zu gelangen. Dieser hat eine Gesamtlänge von 1.250 m und schlängelt sich durch die Baumkronen von Eichen, Buchen und Douglasien in Richtung Saarschleife. Die Temperaturen waren angenehm zum Wandern und das Wetter für einen Herbsttag sehr schön: Sonnenschein pur! Nach rund zweieinhalb Stunden erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt, nachdem wir herrliche Ausblicke auf die Landschaft und die Saarschleife genossen hatten. Vom 42 m hohen Aussichtsturm hat man einen einzigartigen Rundumblick ins Tal der Saarschleife und auf den Naturpark Saar-Hunsrück. Entlang des Baumwipfelpfads gibt es zahlreiche Lern- und Erlebnisstationen, die unter anderem uns eine Auskunft über die oftmals zu sehende gelbliche Färbung des Basalts gaben, die von einer Flechte herrührt.

Am Nachmittag wollten wir dann entspannen und uns im Wellnessbereich verwöhnen lassen. Unsere Enttäuschung über den sogenannten Wellnessbereich war groß. Er bestand aus einem großen Raum in dem alle Angebote zu finden waren, aber es keinen Platz zum Ruhen gab, denn überall konnten sich Kleinkinder ebenso bewegen wie Teenager und Senioren. Von Ruhe und Wellness kann hier nicht mehr gesprochen werden. Das Personal sagte auf Nachfrage, dass man den Zugang für Kinder nicht beschränkt, denn man könnte sich ja mit den betreffenden Eltern absprechen, damit die gewünschte Ruhe gegeben ist. Die Eltern sind aber uneinsichtig und daher ist dieser Bereich in keiner Weise als Wellnessbereich zu bezeichnen, zudem das Schwimmbecken auch sehr klein ist und mit fünf Schwimmzügen längs durchquert werden kann. Für Kinder eine ideale “Spielwiese”, die geräuschvoll genutzt wurde.

Alles in allem muss ich sagen: Die Landschaft ist wunderschön und sehr beeindruckend. Daher kann ich das Ziel Saarschleife und den Naturpark Saar-Hunsrück für einen Besuch empfehlen. Ich würde mir aber bei einem weiteren Besuch ein anderes Domizil aussuchen. Vielleicht im nahegelegenen Mettlach, war wir den Wochenendausflug mit einem Besuch des Villeroy & Boch-Museums beendeten. Das Unternehmen, das sich seit über 250 Jahren im Familienbesitz befindet, zeigt hier die Vielfalt der Porzellan-, Glas- und Fliesenprodukte, die sich über die Jahrhunderte verändert haben, aber auch Bestand verdeutlichen.