Pauschalreise und Service

Geplant war, gemeinsam mit Freunden aus England eine Woche auf Fuerteventura zu verbringen. Das sollte unsere einzige Flugreise im Jahr 2020 bleiben, denn wir müssen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, damit der schon eingesetzte Klimawandel verzögert und vielleicht auch ganz gebremst werden kann.

Im Oktober 2019 haben wir uns dann für ein Reiseziel ausgesprochen, da unsere Pläne zum Military Tattoo nach Edinburgh zu reisen, durch bereits ausgebuchte Unterkünfte zunichte gemacht worden waren. Um das militärische Musikereignis während drei Tagen erleben zu können, sind wir nicht bereit pro Person fast 800 EUR auszugeben. Also suchten wir nach Alternativen und Reisezielen, die wir bis dato noch nicht erleben durften.

Nachdem wir uns vier Wochen jeder selbst mit dem Thema „Reiseziel“ auseinandergesetzt hatten, tauschten wir unsere Vorschläge untereinander aus. Es zeigte sich, dass die Kanarischen Inseln gerade im März einladend sind: Sonnenschein, Tagestemperaturen von rund 24 °C und etwa 18 °C warmes Meerwasser. Schnell waren wir uns einig. Die Suche nach Angeboten konzentrierte sich anschließend auf Reisebüros, Internetportale und Newsletter, um ein passendes Angebot zu finden. Obwohl ich bereits mehrfach mit Secret Escapes auf Reisen war und dabei meine eigenen Erfahrungen machen durfte, zog ein Angebot uns besonders an: 7 Nächte in einem 4* Hotel inklusive Halbpension, Flug und Leihwagen für unter 500 EUR/Person. Unser Entschluss, dieses Angebot gleich zu buchen, stand fest, allerdings konnten sich unsere Freunde aus England nicht entscheiden. Die Zeit floss dahin und damit verbunden stiegen die Preise kontinuierlich. Um für meine Frau und mich diesen Urlaub ermöglichen zu können, habe ich kurz entschlossen dann das Angebot buchen wollen. Aber, leider gab es das „so wie angeboten“ nicht mehr.

Schnell fand sich ein vergleichbares Angebot, wenn auch etwas teurer, das wir kurzentschlossen buchten und als Empfehlung an unsere britischen Freunde weiterleiteten. Der Ärger war: Sie konnten das aus England nicht buchen, denn es war explizit nur für den deutschen Raum gedacht. Daraufhin buchten sie alles separat: Den Flug bei ihrer Lieblings-Airline und über die Webseite des Hotels, in dem wir einquartiert sein würden, ein Doppelzimmer mit Halbpension. Soweit so gut, aber leider war ihr Gesamtpreis rund 10 % höher als unserer und hatte dazu auch keinen Leihwagen inkludiert. Jetzt waren wir erst einmal glücklich, dass das alles doch noch geklappt hatte und wir unserem gemeinsamen Urlaub Mitte März entgegensehen konnten.

Der Februar kam und damit gleich zum Anfang die ersten Meldungen zum Coronavirus, der in China Schlagzeilen machte, uns allerdings noch nicht verunsicherte und berührte. Wir verschwendeten keinen Gedanken an einen eventuellen Ausfall oder die Absage bedingt durch Reisebeschränkungen oder Reisewarnungen.

Die Tage verstrichen und die Meldungen über die Verbreitung von Covid-19 (Coronavirus SARS-ConV-2) wurden dramatischer. Es war Ende Februar 2020 nicht nur Ostasien, sondern auch bereits der Vordere Orient und Italien betroffen. Ich möchte hier nicht weiter auf die Krankheit eingehen, denn das kann jeder gerne selbst auf der Webseite des RKI, des Auswärtigen Amtes oder der WHO nachlesen. So viel muss aber gesagt werden: Es kristallisierte sich heraus, dass es bereits Reisewarnungen für bestimmte Ländern und Grenzsperren gab, die die Einreise von Personen aus betroffenen Regionen in Europa begrenzt bzw. ausschließt.

Jetzt war es für mich offensichtlich, dass auch unsere Reise am seidenen Faden hing. Bezahlt war ja bereits alles und die letzte Stornierungsoption bereits verstrichen, sodass wir nur noch unter Totalverlust unsere Reise nicht antreten könnten. Auf Rückfrage sagte uns unsere Reiserücktrittsversicherung, dass man bei Höherer Gewalt – und dazu zählen unter anderem Pandemien und Epidemien – nicht zahlen würde. Die Versicherung tritt nur ein, wenn eine reisende Person während der Reise schwer erkrankt. Dann kann diese Reise abgebrochen werden und die Restkosten werden erstattet. Was also tun? Diese Frage stellt sich mir, denn wenn ich nicht reise kostet mich das rund 1250 EUR, gerate ich aber in eine Ausnahmesituation am Reiseziel, so kann mich das weit mehr als nur Geld kosten: Im Extremfall das Leben! Als ich mich beim Reiseveranstalter nach eventuellen Optionen zum Reiserücktritt bzw. diesbezüglichen Erstattungskosten erkundigte, wurde mir schnell verdeutlicht, dass niemand das Risiko übernimmt und Kosten erstatten wird. Diese Reise entwickelt sich ganz offensichtlich zu einem Totalverlust.

Jetzt heißt es besonnen zu reagieren. Die Regierungen einiger Länder haben ihre Grenzen für alle Reisenden aus allen Ländern bis auf weiteres geschlossen. Wer Glück hat, kann seinen gebuchten Urlaub kostenfrei stornieren. Das ist bei einer meiner geplanten Reisen nach Tschechien der Fall. Was macht man aber, wenn man eine Reise (egal ob dienstlich oder privat) gebucht hatte, diese Reise aber nicht stattfinden wird, da die Fluggesellschaft aufgrund der Coronavirus-Restriktionen sich im Konkurs befindet? Flybe in Großbritannien hat dieses Schicksal ereilt und erstattet keine Kosten, da man nicht mehr liquide ist. Ich habe unsere Fluggesellschaft kontaktiert und erfuhr, dass unser Flug noch immer wie geplant durchgeführt werden soll. Warten wir es ab. Die Welt verändert sich zurzeit aufgrund des Klimawandels und dazu kommt jetzt auch noch die Angst in Bezug auf den Coronavirus.

Ich werde weiter darüber berichten.