Gedanken zu meinem Blog und der „Krise“

Die Gesellschaft steht unter Druck, denn was uns zurzeit trifft, sind Veränderungen die nicht nur unser Reiseverhalten beeinflussen werden, sondern immensen Einfluss auf uns alle ausüben.

Wie ich ja in meinem letzten Blog-Eintrag geschrieben habe, sind geplante Reisen annulliert und Termine (Messen, Konferenzen, Theater, Kino, usw.) verschoben. Restaurants mussten schließen und viele Menschen wurden in Kurzarbeit geschickt oder entlassen. Solidarität von denjenigen, die über noch gesicherte Einkommen verfügen, ist jetzt gefragt.

Meinen Mitgliedsbeitrag für den Pilates-Unterricht werde ich daher weiterhin überweisen, denn die freien Dozenten stehen ohne Einnahmen da, da sie meist nur auf Honorarbasis arbeiten. Zudem versuche ich annullierte Reisen mir nicht auszahlen zu lassen, sondern verschiebe sie – sofern es möglich ist – weit in die Zukunft. Von einem Reiseveranstalter wurde meinem Konto die „Erstattung“ als Haben auf meinem Mitgliedskonto gutgeschrieben. Ja, das ist zwar nicht der korrekte Weg mit einem solchen Fall umzugehen, ich denke aber, dass wir alle in diesen bewegten und unkalkulierbaren Zeiten kooperativ sein müssen. Wenn alle ihre bezahlten Leistungen rückerstattet haben möchten, bringt das viele Unternehmen in weitere Schieflage, die letztendlich zum für alle Beteiligten nicht gewollten Konkurs führen kann. Und wem nützt das?

Zurzeit wird in Petitionen darum geworben, dass man dem Klinikpersonal, Ärzten und Pflegern – die zurzeit Unmenschliches leisten – einen Corona-Zuschlag bezahlen sollte. Ja und nein, denn es sind auch die Betreuer in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen, die Verkäufer/innen, Speditionsmitarbeiter, Lagerpersonal, Verkäufer/innen, Regalauffüller usw. die an ihre Grenzen stoßen.

Ohne zu zögern, müssen wir jetzt genau einem Zuschlag für in dieser Krise extrem belastete Menschen zustimmen. Dieser darf aber nicht als Corona-Zuschlag deklariert werden, sondern ist als Leistungszuschlag zu gewähren. Soziale Gerechtigkeit heißt das Thema und das betrifft nicht nur diese Berufszweige, sondern auch Menschen, die im unteren Lohnsegment arbeiten. Wieso ist es heute fast unmöglich, dass eine Friseuse nach 45 Berufsjahren nicht mehr als nur eine Rente von 908 € netto erlangen kann? Unsere Gesellschaft und die gesellschaftliche Ordnung benötigen Reformierungen sowie ein Umdenken. Der Vorsitzende der Linksfraktion (Dietmar Bartsch) fordert, dass – angesichts der aktuellen Notlage – alle Abgeordneten auf ihre anstehenden Diätenerhöhungen verzichten sollen (Instagram: #linksfraktion). Bravo, sage ich da! Wieso setzen auch nicht andere Politiker ein solches Zeichen der Solidarität?

Angesichts der Mindereinnahmen aus Steuern und der aktuellen Notlage von Klein(st)unternehmern, Solo-Selbstständigen und Künstlern bin ich als Pensionär auch bereit auf meine anstehende Erhöhung der Altersbezüge zu verzichten, wenn dadurch meine zuvor genannten Themen Berücksichtigung finden würden. Solidarität lautet die Devise und das betrifft nicht nur Großunternehmen, sondern auch alle diejenigen, die es uns gerade ermöglichen, jeden Tag Lebensmittel einkaufen zu können.

Lasst uns alle gemeinsam agieren!