Rückreisende ohne Kontrolle

Die nachfolgenden Schilderungen habe ich von einem Rückreisenden aus Portugal erhalten, der seinen Urlaub vorzeitig abbrechen musste, da man sie aufgefordert hatte, das Land aufgrund der aktuell steigenden COVID-19-Erkrankungen und der Reisewarnungen seitens des Auswärtigen Amtes zu verlassen.

„Gestern habe ich mir noch lange Gedanken gemacht zum Thema:
Ablauf Rückholung aus Portugal und Sicherheit /Kontrolle/Virus-einschleppung am Flughafen Düsseldorf.

Folgende Punkte habe ich dazu erkannt: Zum Zeitpunkt der Einreise am 14.3.20 gab es, unter den derzeit herrschenden Umständen, keine realisierbare Lösung der intensiven Kontrolle auf gesundheitliche Beeinträchtigungen!
Zwar waren wir alle verwundert, das keine Kontrollmaßnahmen, noch nicht mal eine Temperaturmessung, erfolgten.

Das war die Realität
In Düsseldorf angekommen, ging es vom Flugzeug direkt in den Bus zum Terminal, von da aus in den Wartebereich der Gepäckausgabe, wo das Gepäck von mindestens noch vier weiteren Maschinen ankommen sollte, so dass sich geschätzt über 1000 Menschen in der Halle – mit Trend nach oben – aufhielten, um ihr Gepäck in Empfang nehmen zu können. Danach konnten alle den Flughafen ohne jegliche Kontrolle verlassen.

Es ergab sich also die folgende Situation: 1240 Leute im Flugzeug, keine Befragung nach Symptomen, keine Temperaturmessungen!
Meiner Meinung nach hätte es auch wenig Sinn ergeben, da sich in der Gepäckausgabe, bei der Anzahl von Menschen und der Nähe untereinander eine Ansteckung nicht ausschließen lassen würde. Eine minimal aussagefähige Kontrolle am Ausgang und eine Zuordnung zu den Maschinen wäre danach, ohne immensem Zeit- und Personalaufwand auch nicht mehr möglich gewesen.
Es bleibt also nur die Hoffnung, dass die Zahl – bezogen auf die dargestellte Situation – der zu dem Zeitpunkt möglich Infizierten gering war und die freiwillige Hausquarantäne auch eingehalten wird.

Wie schon unsere Politiker zugeben mussten, wurde die Gefahrenlage unterschätzt, obwohl ein weitsichtiger Blick nach China und vorzeitige Maßnahmen – auch drastischer Art – bestimmt geholfen hätten, die Situation abzuschwächen.

Wenn ich höre, das sich manche durch die Beschränkungen in ihrer persönlichen Freiheit und in ihren demokratische Grundrechten eingeschränkt fühlen … Hier kann ich nur sagen, dass die persönliche Freiheit dort endet, wo das Gemeinwohl aller in Gefahr gerät. Demokratie bezieht sich auf alle und nicht auf den Einzelnen.

Für die uneinsichtigen Gefährder, die diese doch recht einfachen Regeln nicht verstehen oder verstehen wollen, sollte die Exekutive entsprechende Maßnahmen einleiten. Sei es für Corona Partys, illegale Autorennen, usw.

Politiker sollten nach Meinung des Berichtenden zu der Einsicht kommen, dass die derzeitige, immer wieder propagierte liberale Haltung bei Urteilen oder allgemeinen rechtlichen Maßnahmen, nicht dazu beiträgt und die Aussage „Die vorhandenen Gesetze sind ausreichend, sie müssen nur angewandt werden“ nicht stimmt! Es gibt viele Dinge, die es bei der Vorlage der Gesetze nicht gab. Und wer ist so vermessen zu sagen: „Da wurde damals an alles gedacht“.

Der Urlaubheimkehrer sagt, dass die jetzige Krise und Herausforderung nicht die letzte sein wird. Bleibt die Hoffnung, das Politiker Weitsicht zeigen und sich mehr mit der Frage beschäftigen: „Was wäre wenn???“

(Inhaltlich überarbeitete E-Mail eines aus dem Urlaub zurückgeholten Urlaubers)