Wir sind alle gefordert

Das NRW-Wirtschaftsministerium hat gestern dem DJV-NRW gegenüber seine Auffassung zur Corona-Soforthilfe geändert:
Die Corona-Soforthilfe ist nicht zur Deckung des privaten Lebensunterhalts gedacht. Der Zuschuss darf daher zur Deckung betrieblicher Kosten, aber nicht zur Bezahlung der privaten Miete oder anderer privater Ausgaben verwendet werden.

Konkret wurde folgendes mitgeteilt:
„Wir sind bei Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten, bei Solo-Selbständigen und Freiberuflern an die Vorgaben des Bundes gebunden. Danach dient die Soforthilfe der Aufrechterhaltung der betrieblichen Existenz, während der private Lebensunterhalt über die Grundsicherung abgesichert wird, die im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens ohne Vermögensprüfung gewährt wird. Die Bundesländer setzen sich derzeit im Rahmen der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder beim Bund für eine Anpassung der Förderbedingungen ein. (Für Ihren Hintergrund: Die Initiative hierzu hat NRW ergriffen.) Zurzeit ist allerdings nicht absehbar, ob es hierzu noch Änderungen gibt.“ (Copyright: DJV-NRW, Meldung vom 16.4.20)

Müssen wir also hinnehmen, dass Solo-Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer untergehen werden, denn diese haben meist nicht die Möglichkeit, hohe Rücklagen zu generieren, die sie in einem solchen Sonderfall absichern würden? Hier ist die Solidarität von Unternehmen, Verlagen und Redaktionen gefragt, die diese Menschen nicht allein lassen, sondern sie aktiv unterstützen! Dankeschön an alle, die das machen.

Angesichts der uns weltweit beeinträchtigenden Coronakrise verzichten meine Frau und ich auf die Einlösung eines Theater-Gutscheins der Ruhrfestspiele. Dieser kleine Beitrag von uns soll bitte als Unterstützung der Kulturwelt betrachtet werden. Zudem zahlen wir weiterhin unsere Beiträge an die Dozenten des Pilates-Trainings im CDC, einen Faszientrainer und ein Sportstudio, da diese zurzeit ein Zwangsaus hinnehmen müssen und somit einnahmelos sind.

2 Gedanken zu “Wir sind alle gefordert

  1. Solidarität so wie du und deine Frau das vorlebt, das ist mir auch extrem wichtig, um wieder eine Welt vorzufinden, in der wir alle leben wollen. Ich werde mein Lieblingskino mit dem Kauf von Gutscheinen unterstützen, die ich vielleicht irgendwann mal einlöse oder auch nicht. Aktuell benötigt das Kino Geld, um durchzuhalten, bald wieder ein ambitioniertes Programm anzubieten, den Mut nicht zu verlieren und Insolvenz abzuwenden. Subventionen reichen vielen Betrieben nicht, das wird oft naiv verkannt, mitunter sogar unverschämt und dumm kommentiert. Ich kaufe meine Atemmasken bei einem selbständigen Taschenhersteller (meine absoluten Lieblingstaschen habe ich von ihm) in Karlsruhe, der seinen Verkauf im Laden und auf Märkten einstellen musste, nun in seiner kleinen Manufaktur Masken näht und per Post verschickt. Meine Lieblingssportart…, da wird es wohl kaum Hilfe geben, die Stammkundschaft denkt vermutlich, dass Subventionen das Defizit ausgleichen, das ist höchstwahrscheinlich nicht so… Mein Lieblingsrestaurant hat seit dieser Woche Pizza to go, zwar muss und will ich abnehmen, dennoch werde ich nach einem Fastentag eine Pizza kaufen. Meine Lieblingsfriseurin werde ich bald aufsuchen und für den Haarschnitt und das Färben doppelt das mitbezahlen, was ich aktuell aussetzen muss. Noch habe ich Arbeit und kann mit meinen Mitteln meine Lieblingswelt ein wenig gestalten. Bleibt gesund und positiv gestimmt.

    Liken

    1. Toll, das wir nicht alleine sind – auf dieser Welt. Wenn ich aber sehe, wie sich junge Menschen (Studenten und angehende Akademiker) hier verhalten, muss ich an deren Intelligenz und Solidarität meine Zweifel anmelden. Das ist aber ein ganz anderes Thema …

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